Vorkriegszeit
Albert Puschmann geboren am 2. April 1888 in Neustädtel, einem Bergbauort im sächsischen Erzgebirge, machte seinen Flugschein (Nr. 603) am 25. November 1913 auf einem Ago - Zweidecker, auf dem Flugplatz Johannisthal.
Albert Puschmann (rechts), als Obermaschinistenmaat mit dem Seefliegerabzeichen und sein (unbekannter) Beobachter vor einem Seeflugzeug
1. Weltkrieg
Seit Kriegsbeginn bei der Marine kam Puschmann im November 1914 als Oberheizer d. Res. zur SFS Borkum als Flugzeugführer. Noch im selben Monat erhielt er das Seefliegerabzeichen am 27. November 1914. Hier absolvierte er bis Jahresende ca. 30 Frontflüge, die meisten mit Fähnrich zur See Eberhard Herzfeld als Beobachter.
Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhielt der inzwischen zum Maschinistenmaat beförderte Puschmann, am 9. Januar 1915. Die 1. Klasse folgte am 26. Juni 1915.
Bereits am 22. Mai 1915 wurde er zum Deckoffizier befördert (Hilfsmaschinist). Das ist bemerkenswert, denn vor nicht mal einem halben Jahr war er noch Obermatrose.
Da es zu diesem Zeitpunkt noch keine spezielle Laufbahn für die Marinefliegertruppe gab, blieben die Flieger in der jeweiligen Laufbahn, aus der sie stammten.
Ab Juli 1915 wechselte Puschmann auf die Nachbarinsel zur SFS Norderney wo er weiter als Aufklärungsflieger und Fluglehrer im Einsatz war. Leider beendete der frühe Tod den Höhenflug Puschmanns. Am 10. Juni 1916 verunglückte er an Bord von Ago C.Iw #115 bei der SFS Norderney.
Mit ihm zusammen starb auch der bulgarische Kapitänleutnant Preslaw Liaptscheff, der sich zur Ausbildung als Flugzeugführer bei der SFS Norderney befand. Der Flug wird im Kriegstagebuch der SFS Norderney wie folgt beschrieben:
AGO C.Iw # 115 bei der SFS Norderney
"Flugzeug 115 (Flieger: Flugmeister Puschmann, Beobachter: Kapitänleutnant Liaptscheff) zu einem Uebungsflug gestartet. Um 5h 02stürzt Flugzeug 115 beim Beschreiben einer steilen Kurve 2km östlich der Flugstation aus 20-30m Höhe fast senkrecht ins Wasser. Die Barkass eilte sofort zur Hilfestellung herbei und befand sich 5 Minuten später an der Unfallstelle. Kurze Zeit darauf traf auch die Jolle mit Leutnant d.R. Ullmann, Leutnant z.S. Kaumann und einer Rettungsmannschaft ein. Das Flugzeug lag auf dem Rücken, die Sitzkarosserie zu unterst im Wasser, von den Insassen war nichts zu sehen. Sofort angestellte Tauchversuche, blieben Erfolglos, da die genaue Lage der Karosserie nicht festzustellen war. Das Flugzeug wurde mit der Barkass und Jolle soweit wie möglich aufs Trockne geschleppt und darauf durch Schleppen an der Propellernarbe mit Barkass und der inzwischen klargewordenen Dampfpinase, die Karosserie soweit freigehoben, dass die Insassen, wenn auch unter erheblichen Schwierigkeiten, geborgen werden konnten. Die Verunglückten wurden auf die Barkass gehoben und vom Revierarzt Marine-Assistenzarzt Dr. Lampe untersucht, der den vor 1-2 Stunden eingetretenen Tod feststellte. Die Leichen wurden mit der Barkass zur Flugstation und von dort zur Totenhalle des Friedhofs überführt. Das Wrack des Flugzeuges wurde am alten Platz verankert."
Die Aufnahme zeigt Olt.z.S. Friedensburg (1) und Liaptscheff (3) neben dem Leiter der II. SFA Kvt.Kpt. Friedrich Brehmer (2), der sich seit dem 3. Juni bei der Einheit befand um die strategische Leitung der Einsätze zu koordinieren. Leider ist das genaue Datum der Aufnahme nicht bekannt, aber es muss zwischen den 3. und den 9. Juni entstanden sein.
In Anwesenheit des Kommandeurs der II. SFA fand die Beerdigung der verunglückten Besatzung am 15. Juni 1916 auf dem Friedhof der Gemeinde Norderney statt. 4 Flugzeuge starteten zum Flug über den Friedhof während der Begräbnisfeierlichkeiten. Die Nachlassordnung der beiden Verunglückten wurden durch Lt.z.S. Hans Dettmann, Lt.z.S. Gottfried Kaumann und den am 12. Juni 1916 aus Holtenau eingetroffenen bulg. Olt.z.S. Jwanoff ausgeführt.
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